Zur Geschichte
des Hauses Arton
Das ehemalige FDGB-Ferienheim
"Werner Lamberz" der Werktätigen des VEB Gummikombinats
Waltershausen/Tambach Dietharz wurde in den 70er Jahren aus einem
Stall (Seitenflügel) und einer Scheune (Haupthaus) errichtet.
Das vordere Wohnhaus
Joachimsthaler Str. 3 und 4, wurde ca. 1860 gebaut. Es soll damals das
3. Haus des Fischerdorfes Altenhof gewesen sein. Noch bis zum Jahr
2006 wohnte auf dem Grundstück Joachimsthaler Str. 3 der Fischer
des Werbellinsees. Heute liegen die Fischereirechte bei der
Fischerei Wolf in Joachimsthal, Seerandstr. 17 (0333-382150),
während Kiosk und Restaurant der "Alte Fischerei" in Altenhof keinen
Fisch vom Werbellinsee mehr anbieten.
Die Mutter des jetzigen Mieters
der Doppelhaushälfte Joachimsthaler Str. 4 verkaufte bereits 1966 das
von ihrem Vater geerbte Grundstück (Flurstück 73), das sich damals bis
zur Seepromenade erstreckte, an das "VEB Gummikombinat Thüringen in
Waltershausen". Nachdem der neue Eigentümer sich bereit erklärt hatte,
die vier kleinen Bungalow - Grundstücke in Flurstück 203 - 206 zu
parzellieren (Grundbucheintrag 1975) und weiterhin zu
verpachten, durfte er auf dem verbliebenen Flurstück 207 ein
Betriebsferienheim errichten. In einem Schreiben vom 17.10.1974 des
"Rat des Kreises Eberswalde, Abteilung Verkehrswesen, Umweltschutz und
Wasserwirtschaft" heißt es: "...kann ich Ihnen die Zustimmung des
Rates des Kreises zur Nutzung des genannten Objektes für betriebliche
Erholungszwecke erteilen. ... Wie durch den Genossen Zimmermann
bereits mitgeteilt, kann Ihnen das Territorium Altenhof bzw. der Kreis
Eberswalde keinerlei finanzielle und materielle Mittel zum Ausbau
bereitstellen. Dies bitte ich als Auflage zu betrachten. Für die
Realisierung Ihres Vorhabens wünsche ich Ihnen und Ihren Werktätigen
viel Erfolg. Mit sozialistischem Gruß ...."
Im Juli 1975 reichte dann das
Gummikombinat den Bauantrag ein. Im "bautechnischen
Erläuterungsbericht" heißt es: "das vorgefundene, zum Umbau
vorgesehene Objekt, besteht aus einer früheren Scheune und einem
Seitengebäude. Die Hülle und Dach der Gebäude bleibt im wesentlichen
erhalten". Die erste Belegung mit Feriengästen erfolgte vom 20.7. bis
2.8.1976 mit sechs Familien (12 Eltern und 12 Kinder). Seit 1978 waren
jährlich auch Werktätige aus der CSSR (heutiges Tschechien) als
Feriengäste im "Ferienobjekt Altenhof am Werbellinsee des VEB GKT
Waltershausen BT OG Tambach Dietharz" zu Gast. Laut "Wäscheliste" gab
es mindestens bis September 1991 einen regelmäßigen Ferienheimbetrieb.
Am 8.4.1997 wurde das Grundstück
"aufgrund eines Ersuchens des Präsidenten der Bundesanstalt für
vereinigungsbedingte Sonderaufgaben in Berlin" an die "Treuhand
Liegenschaftsgesellschaft (TLG) mbH in Berlin" übertragen.
Im Frühjahr 1998 erfolgte dann der
Verkauf der vier Bungalowparzellen für je 4.000 DM an die jeweiligen
Pächter aufgrund einer "Auflassungsvormerkung ... unter Bezugnahme auf
eine Bewilligung vom 23.4.1996".
Die "TLG Immobilien GmbH Potsdam"
ließ das übriggebliebene Flurstück 207 nach vielen erfolglosen eigenen
Verkaufsbemühungen schließlich durch die "Deutsche
Grundstücksauktionen AG" versteigern.
So erwarb ich in der öffentlichen
Auktion am 24.9.2002 im Schöneberger Rathaus (dem ehemaligen
West-Berliner Rathaus) das Grundstück und wurde am 5.5.2003 als
Eigentümer eingetragen. Zunächst konnten nur umfangreiche Säuberungen,
Anpflanzungen und Entrüpelungen, sowie Baumaßnahmen zu Sicherung der
Bausubstanz (z.B. horizontale Mauerwerkisolierung und Trockenlegung,
Fenstereinbauten, Dachabdichtung, Sanierung der Westfassade)
stattfinden.
Nach der Erfüllung zahlreicher
Auflagen der "Unteren Bauaufsichtsbehörde des Landkreises Barnim"
(u.a. Erstellung von umfangreichen Bauzeichnungen, amtlichen
Lageplänen, Einholung von "Dienstbarkeiten", der Zahlung einer
"PKW-Stellplatzablösegebühr" u.a.m.) erhielt ich schließlich am
29.8.2007 eine Genehmigung zum Umbau und zur Inbetriebnahme des
Ferien- und Seminarhauses.
Seither fanden umfangreiche
Buauarbeiten statt, die nach und nach das Haus zu einem zeitgemäßen,
angenehmen und bald auch etwas luxuriösen kulturellen Anziehungspunkt
für Urlauber, tages- und wochenendreisende Berliner und Bewohner der
Region werden lassen.
Wolfram Arton