Theodor Fontane in den "Wanderungen durch die Mark Brandenburg":

"Bei Altenhof, unmittelbar an dem gelben Kiesufer, liegen ein paar Tannenstämme aufgeschichtet und bilden eine hohe Bank  zum Überblick. Und dort nehmen wir Platz. Kleine Wellen schäumen ans Ufer, vor uns breite Wasserflächen liegen noch im Licht, während sich nach Norden hin bläuliche Schatten über Wald und Seen breiten. Dorthin liegen auch die Trümmer des alten halb Sage gewordenen Grimnitz-Schlosses...

Es ist ein Märchenplatz, auf dem wir sitzen, denn wir sitzen an den Ufern des Werbellin..."

Eine schöne Panoramaansicht: http://www.katiberg.de/pano/pan12.htm


Am "sozialistischen" See
Am  Werbellinsee in der Schorfheide, finden Sie Erich Honneckers "Jagdschloß Hubertusstock", Margot Honneckers "Pionierrepublik Wilhelm Pieck", ein paar Kilometer weiter: Erich Mielkes "Jagdhaus am Grimnitzsee", Herrmann Görings "Carinhall", Walter Ulbrichts und später Erich Mittags "SED-Gästehaus am Döllnsee", dann hier gleich um die Ecke: den "Kaiserbahnhof" (eigens für Kaiser Wilhelm und seine Jagdgesellschaft erbauter Bahnhof und jetzt ein "Hörspielbahnhof"). Und das alles ein paar Kilometer entfernt von Wandlitz. Doch lassen Sie sich nicht täuschen: das einzige, was diese Gegend hier mit der um den Starnberger See verbindet, sind die Legenden um die Waidmänner Franz Joseph Strauss und Alexander Schalck-Golodkowski . . .


Zur Geschichte des Hauses Arton

Das ehemalige FDGB-Ferienheim "Werner Lamberz" der Werktätigen des VEB Gummikombinats Waltershausen/Tambach Dietharz wurde in den 70er Jahren aus einem Stall (Seitenflügel) und einer Scheune (Haupthaus) errichtet.

Das vordere Wohnhaus Joachimsthaler Str. 3 und 4, wurde ca. 1860 gebaut. Es soll damals das 3. Haus des Fischerdorfes Altenhof gewesen sein. Noch bis zum Jahr 2006 wohnte auf dem Grundstück Joachimsthaler Str. 3 der  Fischer des Werbellinsees. Heute liegen die Fischereirechte bei der Fischerei Wolf in Joachimsthal, Seerandstr. 17 (0333-382150), während Kiosk und Restaurant der "Alte Fischerei" in Altenhof keinen Fisch vom Werbellinsee mehr anbieten.

Die Mutter des jetzigen Mieters der Doppelhaushälfte Joachimsthaler Str. 4 verkaufte bereits 1966 das von ihrem Vater geerbte Grundstück (Flurstück 73), das sich damals bis zur Seepromenade erstreckte, an das "VEB Gummikombinat Thüringen in Waltershausen". Nachdem der neue Eigentümer sich bereit erklärt hatte, die vier kleinen Bungalow - Grundstücke in Flurstück 203 - 206 zu parzellieren  (Grundbucheintrag 1975) und weiterhin zu verpachten, durfte er auf dem verbliebenen Flurstück 207 ein Betriebsferienheim errichten. In einem Schreiben vom 17.10.1974 des "Rat des Kreises Eberswalde, Abteilung Verkehrswesen, Umweltschutz und Wasserwirtschaft" heißt es: "...kann ich Ihnen die Zustimmung des Rates des Kreises zur Nutzung des genannten Objektes für betriebliche Erholungszwecke erteilen. ... Wie durch den Genossen Zimmermann bereits mitgeteilt, kann Ihnen das Territorium Altenhof bzw. der Kreis Eberswalde keinerlei finanzielle und materielle Mittel zum Ausbau bereitstellen. Dies bitte ich als Auflage zu betrachten. Für die Realisierung Ihres Vorhabens wünsche ich Ihnen und Ihren Werktätigen viel Erfolg. Mit sozialistischem Gruß ...."

Im Juli 1975 reichte dann das Gummikombinat den Bauantrag ein. Im "bautechnischen Erläuterungsbericht" heißt es: "das vorgefundene, zum Umbau vorgesehene Objekt, besteht aus einer früheren Scheune und einem Seitengebäude. Die Hülle und Dach der Gebäude bleibt im wesentlichen erhalten". Die erste Belegung mit Feriengästen erfolgte vom 20.7. bis 2.8.1976 mit sechs Familien (12 Eltern und 12 Kinder). Seit 1978 waren jährlich auch Werktätige aus der CSSR (heutiges Tschechien) als Feriengäste im "Ferienobjekt Altenhof am Werbellinsee des VEB GKT Waltershausen BT OG Tambach Dietharz" zu Gast. Laut "Wäscheliste" gab es mindestens bis September 1991 einen regelmäßigen Ferienheimbetrieb.

Am 8.4.1997 wurde das Grundstück "aufgrund eines Ersuchens des Präsidenten der Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben in Berlin" an die "Treuhand Liegenschaftsgesellschaft (TLG) mbH in Berlin" übertragen.

Im Frühjahr 1998 erfolgte dann der Verkauf der vier Bungalowparzellen für je 4.000 DM an die jeweiligen Pächter aufgrund einer "Auflassungsvormerkung ... unter Bezugnahme auf eine Bewilligung vom 23.4.1996".

Die "TLG Immobilien GmbH Potsdam" ließ das übriggebliebene Flurstück 207 nach vielen erfolglosen eigenen Verkaufsbemühungen schließlich durch die "Deutsche Grundstücksauktionen AG" versteigern.

So erwarb ich in der öffentlichen Auktion am 24.9.2002  im Schöneberger Rathaus (dem ehemaligen West-Berliner Rathaus) das Grundstück und wurde am 5.5.2003 als Eigentümer eingetragen. Zunächst konnten nur umfangreiche Säuberungen, Anpflanzungen und Entrüpelungen, sowie Baumaßnahmen zu Sicherung der Bausubstanz (z.B. horizontale Mauerwerkisolierung und Trockenlegung, Fenstereinbauten, Dachabdichtung, Sanierung der Westfassade) stattfinden.

Nach der Erfüllung zahlreicher Auflagen der "Unteren Bauaufsichtsbehörde des Landkreises Barnim" (u.a. Erstellung von umfangreichen Bauzeichnungen, amtlichen Lageplänen, Einholung von "Dienstbarkeiten", der Zahlung einer "PKW-Stellplatzablösegebühr" u.a.m.) erhielt ich schließlich am 29.8.2007 eine Genehmigung zum Umbau und zur Inbetriebnahme des Ferien- und Seminarhauses.

Seither fanden umfangreiche Buauarbeiten statt, die nach und nach das Haus zu einem zeitgemäßen, angenehmen und bald auch etwas luxuriösen kulturellen Anziehungspunkt für Urlauber, tages- und wochenendreisende Berliner und Bewohner der Region werden lassen.

 Wolfram Arton